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In'n heeten Sommerdaach

Ein Plattdeutscher Dialog zwischen Frieda und Anneliese mit hochdeutscher Simultanübersetzung.
(Da meines Wissens für das Plattdeutsche keine feste Rechtsschreibung existiert, habe ich versucht, die Sprache hier so lautmalerisch wie möglich wiederzugeben. Da ja nicht jeder Plattdeutsch beherrscht, habe ich in der Übersetzung die Stellen gekennzeichnet, die [absichtlich?!] falsch übersetzt wurden)


Frieda & Anneliese:

Übersetzung (Olli Kalkofe)

Anneliese: Oooch, sonn'n heeten Sommerdaach hebbt we wal siet de Tied vor den letzten Kriech nich meer hat, Frieda! Och, so einem heissen Sommertag haben wir wohl seit der Zeit vor dem letzten Krieg nicht mehr gehabt, Frieda!
Frieda: Hmmmm, jaaaauh...... Brinkmeier's Meta löpt ja oll dree Wiaken eenfach met'n Kittel op'e nackte Borst dör't Dörp. Brinkmeier's Meta läuft ja auch alle [!, richtig: schon] drei Wochen einfach mit dem Kittel auf der nackten Brust durch das Dorf.
Anneliese: [entrüstet] Oooouhhh! Junge, segg'ick di, wat staut de Klüsen vonne Mannslui witt votten vorn Kopp, wenn Meta met'n Rad noh'n P'stor föhrt, to'n reenmaken. Junge, sag ich dir, was stehen die Augen von den Männern weit vor dem Kopf davor, so, wenn Meta mit dem Rad zum Pastor fährt, zum Saubermachen.
beide: [verschwörerisch] Hmmm!
Frieda: [abfällig] Reenmaken! Dat lösse Fleesk flüch unnern Kittel van eene Siete noh de annere. Un doh bij kieket beede Börste ut eenen Armlock rut. Das lose Fleisch labbert unterm Kittel einfach von einer Seite zur anderen und beide Brüste kucken so aus einem Armloch heraus.
Anneliese: Woouuhh!.... Un ünnen? Heeft se doh auck nix an? Und unten? Hat sie da auch nichts an?
Frieda: Och wat, Anneliese! Os wenn du bij'n Rühen vor de Mäse kiekst! Ach was, Anneliese! Als wenn du bei einem Hundemännchen vor den Popo schaust.
Anneliese: Hmmmm! Dat sick manche Fruhnslui so gaun laut, blauts weil't heet is buden. Hmmm! Das sich manche Frauensleute so gehen lassen, bloß weil es etwas warm ist draussen.
Frieda: Un dann de Fleegen üaweroll an to sitten. Wat es dat doch 'ne Schweinerei! Und dann sitzen die Fliegen überall. Was ist das doch für eine Sauerei!
Anneliese: Dat schall'st man seggen!
[Pause]
Anneliese: Waulkötter's Krischl, de sett in'n heeten Sommerdaach jo eenfach met de nackte Mäse op'e Diale in'n grauden Klöverhauben. Waulkötter's Krischl, der sitzt in der Sommerzeit ja einfach mit dem nackten Popo, äh, auf der Diele [!, richtig: Deele], im Kleehaufen.
Frieda: Un wenn doh wecke kuamt? Und wenn jemand kommt?
Anneliese: Chisten is de Tierarzt doh wiarn, Ja, gestern ist der Tierarzt dagewesen,
Frieda: Souh!
Anneliese: de sollte bij 'ne Suge 'ne Nachcheburt aftrekken, de nich met rutkuamen es. Jä! Un als he op'e Diale küammt, denkt he sick: Kiek, doh licht de Sugen jo oll in'n Klöverhauben. der sollte bei der Sau die Nachgeburt runterholen, die nicht runtergekommen ist. Ja, und als er so auf die Diele [!] kommt, denkt er sich: Ach schau! Dort liegt ja die Sau schon in dem Kleehaufen.
Frieda: [kichert erwartungsfroh] Souh! Un wat es dann passeert? Und was ist dann passiert?
Anneliese: [lacht kurz] Jau! Dat dat Krischl was, dat het he erst metkreegen, als de met den rechten Arm oll bett to'n Ellenbogen achten drin wör. Jaha! Daß das Krischl war, daß hat er erst mitbekommen, als er mit dem rechten Arm schon bis zum Ellenbogen hinten drin war.
Frieda: Hmmm! Deubelschlach! Doh heeft sick Krischl wohl auck bannig verfeehrt! Ja Donnerschlag! Da hat sich Krischl wohl auch arg erschreckt.
Anneliese: Jauh! De lecht sick nich meer so raske met de nackte Mäse in'n Klöverhauben. Ja, Frieda, der setzt sich auch nicht mehr so einfach mit dem nackten Pöter in den Kleehaufen.
Frieda: Jä! Bij düssen heeten Wiar daut de Lüch baule sou, als wenn se nich recht bij Trost sin. Singelmann's Fitti heeft se chisten met'n Mähdrescher beede Beene afschnieden. Ja, bei diesem heissen Wetter, da tun die Leute auch manchmal so, als wenn sie nicht geistig ganz gesund sind. Singelmann's Fitti haben sie gestern mit dem Mähdrescher beide Beine abgeschnitten.
Anneliese: Oooch! Kiek sou! Wie is dat denn passeert? Ach sieh an! Wie ist dies denn passiert?
Frieda: He leich met Brinkmeier's Meta in'n Havern und hölt beede Beene risk inne Heuchte. Er lag mit Brinkmeier's Meta im Heu [!, richtig: Hafer] und hielt beide Beine einfach in die Höhe, gerade in die Höhe.
Anneliese: Och.
Frieda: [besonders langsam und betont] Bij'n Fitzen! Beim, äh, kopulieren.
Anneliese: Och.
Frieda: Jo! Un de heeft langen Holger dann votten in sin Claas Dominator rinkreegen. Ja, und da hat dann der lange Holger ihn voll in seinen Klaus Dominator [!, Claas Dominator ist ein Mähdreschertyp] reinbekommen.
Anneliese: Och, sü! Un es noh watt to retten wiarn, Frieda? Und ist noch was retten gewesen, Frieda?
Frieda: Jau, dat meeste wall, blauts dree Sack Havern, de mossten se wechschmiaden. Ja, das meiste wohl, bloß drei Sack Hafer mussten sie wegschmeissen.
Anneliese: Sü! De süllt doch dat Budenfitzen lauden in'n Sommerdaach. Ja, sie sollen doch den ausserhäusigen Geschlechtsverkehr in der Sommerzeit lassen.
Frieda: Jau! [dann betont hochdeutsch] Es ist einfach zu gefährlich! Ja, es ist einfach zu riskant!
Anneliese: Hmmm-Hmmm......! [unglauliche Betonung] Hmmm-Hmmm Hmmm-Hmmm-Hmmm-Hmmm-Hmmm-Hmmm!